17 Gründe, warum du kein Verlangen mehr nach dem Partner hast

von  Niklas Löwenstein

Du wünscht dir so sehr, glücklich zu sein, aber irgendwie hast du kein Verlangen mehr nach dem Partner? 

Wenn fehlendes Verlangen in deiner Beziehung zum Problem wird, dann ist es der erste Schritt, herauszufinden, woran das eigentlich liegen könnte. Und genau dafür bist du hier richtig! Tatsächlich ist das ein häufiges Problem in Beziehungen - aber weil niemand gerne darüber spricht, fühlt man sich schnell allein damit…

In diesem Artikel findest du 17 mögliche Gründe, warum du kein Verlangen mehr nach deinem Partner haben könntest. Und vor allem, was du dagegen tun kannst!

🔴 Vorab noch ein wichtiger Hinweis:

Wenn man in einer Beziehung das sexuelle Interesse verliert, gibt es (abgesehen von den Dingen, die du hier im Artikel erfährst) fast immer mindestens eins von sieben Kommunikationsproblemen zwischen den Partnern. Wir nennen diese Probleme "Beziehungsbremsen", denn solange du sie nicht löst, kannst du so viel Energie in deine Beziehung stecken, wie du willst...es wird nicht viel nutzen.

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Also, kommen wir nun zu den 17 Gründen:

Für mehr Lust in der Partnerschaft: 17 Gründe für die Unlust und was du dagegen machen kannst

Erstmal räumen wir mit einem Vorurteil auf: fehlende sexuelle Lust hat nicht immer etwas damit zu tun, dass in einer Beziehung die Liebe abhandengekommen ist. Es gibt viele Paare, die sich ganz innig lieben und doch kein Verlangen mehr nach dem jeweiligen Partner haben. Doch welche Ursachen könnte es denn nun für deine sexuelle Unlust geben?

1. Du hast zu viel Stress

Wer kein Verlangen mehr nach dem Partner verspürt, leidet vielleicht einfach unter zu viel Stress. In Stresssituationen wird vor allem Cortisol ausgeschüttet. Dieses Stresshormon sorgt für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Fluchtbereitschaft. Leider hemmt es auch die Sexualhormone. Dasselbe gilt für ein anderes Stresshormon, Prolaktin. Das führt nicht nur zu Lustlosigkeit, sondern kann sich über längere Zeit sogar negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. 

Was kannst du also tun, wenn du vermutest, dass Stress bei dir eine mögliche Ursache sein könnte? Als Erstes solltest du dir genau anschauen, was dich unter Stress setzt und ob du diese Situationen für dich entschärfen kannst. Das ist natürlich nicht immer (sofort) möglich. Arbeitszeiten lassen sich manchmal reduzieren, Arbeitsbereiche wechseln. Vielleicht kannst du in bestimmten Lebensbereichen für Entlastung sorgen, z.B. mit einer Putzhilfe oder in der Kinderbetreuung. In meinem früheren Artikel über Mental Load findest du noch weitere Informationen und Tipps zu dem Thema.

Sportliche Betätigung kann außerdem für einen Abbau der Stresshormone sorgen und dazu beitragen, dass das hormonelle Gleichgewicht im Körper wiederhergestellt wird. Dinge wie:

  • Yoga und Meditation
  • Sanftes Ausdauer- und Krafttraining
  • Spaziergänge an der frischen Luft
  • Tanzen oder ähnliches

2. Du verhütest hormonell

Viele Verhütungsmittel wirken durch Hormone und die können Reaktionen auslösen, die von Frau zu Frau unterschiedlich ausfallen. Bei vielen Frauen zählt dazu auch weniger Lust auf Sex. 

Also, wenn deine Libido nach dem Wechsel auf ein neues Hormonpräparat bzw. eine neue Methode sich zu verabschieden scheint, sprich mit deinem Arzt. Oft reicht es dann schon,die Verhütungsmethode oder das Präparat zu wechseln.

3. Du bist vor kurzem Mutter geworden

Mutter zu werden, kann dein Sexualleben stark belasten. Gerade am Anfang - und vor allem, während du stillst - ist es völlig normal, müde und gestresst zu sein. Wahrscheinlich fühlst du dich in diesem Moment auch nicht besonders sexy. Wenn es um die sexuelle Lust geht, können dir auch deine Hormone in dieser Zeit einen Strich durch die Rechnung machen. 

Das wird nach einer Weile schon wieder besser, aber das hilft dir in dem Moment natürlich auch nicht. Wichtig ist hier, dass du darüber mit deinem Partner sprichst. Es hilft keinem von euch, wenn es dazu kommt, dass sich Sex für dich irgendwann nur noch wie eine weitere Aufgabe auf deiner ToDo-Liste anfühlt. Sprich mit deinem Partner über deine Gedanken, eventuelle Ängste oder den Druck, der auf dir lastet und sprich offen darüber, wie sich das auf euer Sexleben auswirkt. Überlegt gemeinsam, wie er dir bei deinen neuen und alten Aufgaben helfen kann. Wenn du dich mehr unterstützt fühlst, weniger Stress und mehr Entspannung hast, kann das helfen, deinen Sexualtrieb zu steigern. Aber es kann auch sein, dass ihr etwas Geduld braucht, bis sich alles eingespielt hat - in eurem veränderten Familienleben, körperlich und hormonell bei dir. Auch da ist es einfach wahnsinnig wichtig, dass du offen darüber sprichst und deinen Partner teilhaben lässt. 

4. Ihr streitet euch häufig

Natürlich ist es nicht tragisch, wenn ihr in eurer Beziehung auch mal streitet. In den wenigsten Partnerschaften herrscht ständig eitel Sonnenschein. Aber ständige Streitigkeiten oder besonders heftige Auseinandersetzungen belasten eure Beziehung. Und damit auch euer Liebesleben. 

5. Du hast zu viel um die Ohren

Der Alltag hat dich fest im Griff? Du musst noch an das Referat in Bio denken, bei dem die Tochter Hilfe braucht, der Jüngste muss noch zur Vorsorgeuntersuchung und der Haushalt ist auch noch nicht gemacht. Und wo sind eigentlich die Informationen zur Klassenfahrt? Die Kräuter auf der Terrasse lassen schon wieder die Köpfe hängen und die Zuarbeit für das Projekt im Job fehlt noch. Dann musst du noch an so vieles andere denken! Mental Load ist ein Hauptproblem unserer Zeit und vor allem bei Müttern mit Kindern weit verbreitet. Wer dann mal fünf Minuten an nichts denken muss, spürt nur wenig sexuelles Verlangen. Vielmehr möchte Frau einfach einmal nichts tun und in Ruhe gelassen werden! Eine klare Aufgabenteilung und ein Fünkchen „Ist mir doch egal, ob alles wird“-Stimmung helfen, um gegen Mental Load vorzugehen.

6. Eure Beziehung ist langweilig geworden

Du weißt genau, wann dein Partner wie reagieren wird? Du kennst alle seine Witze, weißt irgendwie immer, was er wann wohl sagen wird und verspürst einfach keine Lust mehr auf ihn, weil nichts Neues mehr kommt oder zu erwarten ist? Dann ist es Zeit, aus der Langeweile-Falle auszubrechen und neue Wege zu gehen. Verabredet euch konkret an einem Abend, an dem ihr gemeinsam Ideen sammelt, was jeder von euch gern mal tun würde und was davon gemeinsam in Frage kommt - nicht jeder möchte gern mal Bungeejumping ausprobieren, aber es kann auch unheimlich zusammenschweißen, die Aufregung bei der Erfüllung eines solchen Wunsches zu teilen, wenn man vom Partner dorthin begleitet wird. Natürlich ist es super, wenn ihr gemeinsam Neues ausprobieren könnt, vielleicht neue Leute kennenlernt. Vielleicht kommen euch bei den Überlegungen auch Ideen, ob ihr im Bett mal etwas Neues bzw. Anderes ausprobieren wollt.

7. Du hast jemand Anderen kennengelernt

Obwohl du deinen Partner liebst, ist da plötzlich jemand Anderes aufgetaucht. Das Kribbeln dieser neuen Verliebtheit ist aufregend und stellt den Alltagstrott deiner Beziehung in den Schatten. Wenn du ihn oder sie siehst, hast du Schmetterlinge im Bauch und der erste Kuss ist atemberaubend. Aber war das bei deinem Partner nicht auch so, am Anfang eurer Beziehung? Wenn du dich plötzlich außerhalb deiner Beziehung verliebst - und damit natürlich auch kein Verlangen mehr nach dem Partner verspürst -, gab es höchstwahrscheinlich vorher schon größere Probleme in eurer Beziehung. Welche Bedürfnisse erfüllt der oder die “Neue”, die von deinem Partner vielleicht nicht mehr erfüllt wurden? Was gefällt dir an dem Anderen und was vermisst du bei deinem Partner? Es hilft nichts, du wirst dich mit dem Thema auseinandersetzen müssen. Hier findest du einen Artikel zum Thema fremdgehen, der dir dabei weiterhelfen kann. Letztlich musst du dir darüber klar werden, ob du deiner Beziehung noch eine Chance geben willst oder ob du sie endgültig beendest. 

8. Du hast keine Zeit

Auch dein Tag hat nur 24 Stunden. Oft sind diese völlig vollgepackt, zumindest fühlt es sich manchmal so an, als bliebe nichts mehr übrig für die schönen Dinge des Lebens. Hier spielen Stress, Mental Load und zahlreiche weitere Faktoren zusammen. Kurzum: Es bleibt einfach keine Zeit mehr für Sex! Das heißt nicht unbedingt, dass kein Verlangen mehr nach dem Partner vorhanden ist, es bleibt nur sowieso kein Raum mehr dafür. Wenn vom Tag nach erledigter Arbeit nur noch fünf Stunden übrig sind, wollen diese zum Schlafen genutzt werden. Verändern lässt sich die Situation nur, indem neue Freiräume geschaffen werden und wieder mehr freie Zeit vorhanden ist – eine neueAufgabenteilung im Haushalt, Hilfe bei derKinderbetreuung, Veränderungen in der Urlaubsplanung…was bei euch persönlich möglich ist, müsst ihr in einem (oder mehreren) gemeinsamen Gespräch ermitteln. Ein paar Tipps, wie ihr gemeinsame Zeit nutzen könnt, auch wenn sie rar ist, findest du in meinem Artikel Zeit zu Zweit.

9. Schwangerschaft, Stillzeit oder Menopause

Bei allen drei Dingen kommt eines zusammen: Der Hormonhaushalt ist aus dem Gleichgewicht geraten und der Körper ist der Meinung, jetzt müssten nicht auch noch Sexualhormone produziert werden. Deren Produktion lässt in der Menopause ohnehin nach. Außerdem ist in Schwangerschaft und Stillzeit der Kopf gänzlich angefüllt mit Gedanken an den neuen Erdenbürger, sodass auch emotional kaum Raum bleibt, um ein sexuelles Begehren überhaupt erst aufzubauen. Diese Phasen normalisieren sich meist wieder, wenn das Paar sich auf die aktuelle Situation eingestellt hat.

10. Du schläfst zu wenig oder zu schlecht

Bei zu wenig Schlaf produziert der Körper vermehrt Cortisol. Er muss schließlich immer wach sein, immer auf der Hut und bereit zur Flucht! Dass das nicht wirklich der Fall ist, kümmert den Körper herzlich wenig, er stellt munter weiter Cortisol her. Dieses belastet aber sämtliche Organe, macht die Verdauung träger, dämmt das Hungergefühl und nimmt auf Dauer jegliche Energie. Schon bald sind die Energiereserven aufgebraucht. Die Leidenschaft bleibt auf der Strecke. Hier hilft nur: Stress reduzieren und den Schlaf durch sanfte Mittel wie Tee aus Melisse oder Baldrian zu unterstützen. Außerdem sollte der Grund des schlechten Schlafens herausgefunden und ausgemerzt werden.

11. Du hast Schmerzen beim Sex

Scheidentrockenheit durch Erkrankungen oder einen veränderten Hormonhaushalt, Veränderungen in der Scheide oder am Muttermund oder auch Stress, der zu Verkrampfungen führt, können Gründe für Schmerzen beim Sex sein. Der erste Weg aus der Ehekrise führt über den Gynäkologen, der körperlich alles abcheckt und entsprechende Ursachen ausschließen oder bestätigen kann. Bei psychischen Gründen sollte auf Entspannungstechniken und allgemein die Vermeidung von Stress gesetzt werden. Körperliche Ursachen werden vom Arzt entsprechend behandelt. Wichtig ist es, den Partner einzubeziehen und ihm die Gründe für die sexuelle Unlust zu erklären.

12. Du hast neue Vorlieben entwickelt

Wer sich nicht traut, mit dem Partner über neue und bisher nicht ausprobierte Sex-Techniken zu sprechen, sollte diese Zurückhaltung schleunigst überwinden. Es kann helfen, gemeinsam Filme anzusehen und sich davon inspirieren zu lassen bzw. dem Mann entsprechende Hinweise zu geben (oder der Frau). Auch das Anschauen von Büchern und Zeitschriften oder der Besuch verschiedener Kurse (z. B. Tantra) kann hilfreich sein.

13. Du hast Ängste

Ängste sorgen wieder einmal für die Ausschüttung von Stresshormonen und sind absolute Lustkiller. Der Kopf kann nicht abgeschalten werden, Mann oder Frau ist nicht in der Lage, sich auf den anderen einzulassen und die Gedanken beiseite zu schieben. Es kann sich um sexuelle Ängste ebenso handeln wie um andere Ängste: Sorgen um die wirtschaftliche Existenz oder wegen eines erkrankten Familienmitglieds tragen nicht dazu bei, sich im Bett locker und gelöst zu fühlen. Eine konkrete Hilfe gibt es nur bei Ängsten, die unbegründet sind, hier kann ein Gespräch beim Psychologen hilfreich sein. Bei konkreten Verlust- oder Existenzängsten wird sich die Situation erst wieder entspannen, wenn die Ursache behoben ist.

14. Du hast Depressionen

Depressionen sind schwer selbst zu diagnostizieren. Hilfreich ist ein kostenloser Selbsttest, bei dem nach Beantwortung einiger Fragen die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Depression angezeigt werden kann. Allgemein ist bei einem Verdacht auf eine Depression oder bei depressiven Verstimmungen immer der Psychologe die wichtigste Ansprechperson. Wer die Depression in den Griff bekommt, hat auch gute Chancen auf einen Aufschwung des Liebeslebens.

15. Du kommst nicht zum Orgasmus

Du musst immer selbst Hand anlegen, um zum Orgasmus zu kommen? Zeige deinem Partner doch einfach, was du wie gern hättest und nimmt ihn wortwörtlich an die Hand! Außerdem kann es helfen, sich neue Anregungen von außen zu holen. Schaut gemeinsam erotische Filme oder lest euch erotische Geschichten vor. So aufgeheizt klappt alles besser!

16. Du möchtest gern ein Kind bekommen

Wenn der Sex nur noch nach dem Regelkalender stattfindet und die Tage rund um den Eisprung im Bett verbracht werden sollen, baut das zum einen Druck, zum anderen ein gehöriges Maß an Unlust auf. Die Lust wird auch dann geringer, wenn es nach mehreren Versuchen nicht klappt. Ist ärztlich alles abgeklärt, sollte mit Ruhe an die Kinderzeugung herangegangen werden. Vor allem die Spontanität braucht wieder neuen Raum! Der Tag des Eisprungs kann ja trotzdem genutzt werden. Ansonsten gilt: Sex nach Plan ist für jedes Paar anstrengend und selten gewinnbringend im Sinne einer ausgefüllten Partnerschaft.

17. Es liegt an deinem Mann

Riecht der Mann nicht gut, hat er Erektionsprobleme oder ist alles immer schon wieder vorbei, ehe es richtig angefangen hat? Auch aus dem Grund kann es sein, dass kein Verlangen mehr nach ihm besteht. Jetzt sollte mit ihm geredet werden, damit dieser auch an sich selbst arbeiten kann, was zum Beispiel die mangelnde Körperhygiene angeht. Er muss selbst die passenden Erkenntnisse daraus ziehen. Alle anderen Probleme sollten gemeinsam angegangen werden und das möglichst ohne Druck, denn dieser wäre kontraproduktiv.

Niklas Löwenstein


Muss ich mich wirklich trennen, oder gibt es noch Hoffnung? Niklas war kurz davor, seine Ehe gegen die Wand zu fahren... Um seine Kinder vor einer Scheidung zu bewahren und wieder glücklich werden zu können, stürzte er sich auf alles, was seiner Beziehung vielleicht helfen konnte.

Aus dieser Suche wurde erst ein Hobby und dann nach und nach seine Lebensaufgabe. Heute ist seine Ehe glücklicher als je zuvor und er hilft mit seinen Artikeln, Büchern und Programmen hunderttausenden dabei, auch wieder glücklichere Beziehungen zu führen.

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