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9 Beziehungstipps, die Paare oft vergessen

von  Niklas Löwenstein

Am Anfang deiner Beziehung brauchst du noch keine Beziehungstipps, denn ihr seid bis über beide Ohren verliebt. Keinen einzigen Moment mit dem anderen Menschen möchtest du missen... Du möchtest am liebsten in ihn hineinkriechen, um alles, aber auch wirklich alles über ihn zu erfahren, ihn zu spüren, zu riechen, zu schmecken. Ihr verbringt mehr Zeit im Bett als irgendwo anders. 

Freunde, Verwandte, sie alle kommen in der Phase des Kennenlernens an zweiter Stelle.

Dafür hat vor allem die Natur gesorgt. Sie stellt sicher, dass in dieser Zeit das Glückshormon Dopamin reichlich vorhanden ist, so dass bestimmte Hirnregionen so reagieren, als würden sie unter Kokainbeschuss stehen. 

Ihr befindet euch in einer ständigen Hochstimmung, genießt sensationellen Sex und funktioniert nach einer gemeinsam schlaflos verbrachten Nacht wie ein doppelt aufgezogenes Uhrwerk. Alles, aber auch alles an dem geliebten Partner scheint wunderbar zu sein.

Leider ist dieses Naturphänomen begrenzt

Sobald deine neue Beziehung für dich und deinen Partner zum Normalzustand wird und die Hormone wieder auf ihre üblichen Werte zurückfallen, verliert die gefühlte Leichtigkeit des Seins etwas von ihrer Unbeschwertheit. 

Routinen bilden sich heraus und du beginnst, den anderen Menschen nicht mehr ganz so rosarot zu sehen. Die Aufmerksamkeit, die am Anfang nur auf die positiven Seiten des anderen gerichtet war, findet nun ihren Weg durch den Schleier der Verliebtheit. Jetzt nimmst du auch so manche kleine oder größere Macke wahr und empfindest sie als störend. Spannungen bauen sich auf und es kommt zum Streit.

9 Beziehungstipps für eine glückliche Partnerschaft

Nun kommt es darauf an, wie wichtig dir diese neue Beziehung ist. Möchtest du sie erhalten? Dann ist jetzt der Moment gekommen, etwas dafür zu tun. Die folgenden 7 Beziehungstipps klingen vielleicht einfach. Aber es ist erstaunlich, wie viele Menschen sich ihrer Wichtigkeit nicht bewusst sind, oder sie zumindest nicht umsetzen. Wenn du sie aber auch dauerhaft befolgst, hat deine Liebe die besten Chancen, den Test der Zeit zu überstehen, zu wachsen und auf Dauer Teil deines Lebens zu bleiben.

1. Löst eure Beziehungs-Bremsen

Meiner Erfahrung nach machen fast alle Paare, deren Beziehung im Laufe der Zeit schwieriger wird, mindestens einen von sieben Kommunikations-Fehlern. Ich nenne diese Fehler "Beziehungs-Bremsen", denn sie sind im Grunde genau das. Egal wie viel Zeit und Energie du in deine Beziehung steckst (zum Beispiel, indem du den ein oder anderen der übrigen 7 Beziehungstipps umsetzt). Solange die Beziehungs-Bremsen nicht gelöst sind, ist es so, als würdest du in deinem Auto mit einem Fuß voll auf der Bremse stehen, während du mit dem anderen Gas gibst. 

Um herauszufinden, welche der Beziehungs-Bremsen deine Beziehung schwieriger macht, kannst du ganz einfach unseren kostenlosen Test machen. Du beantwortest dazu einige Fragen und erhältst am Ende das Ergebnis.


2. Kommunikation statt Kritik

Warum glauben wir eigentlich alle, dass es nicht nötig ist, uns dem Partner mitzuteilen? Er kann ebenso wenig unsere Gedanken lesen wie wir in der Lage sind, seine wahrzunehmen.

Dabei ist es lebenswichtig, dem anderen nicht nur das mitzuteilen was wir an ihm schätzen und lieben, sondern vor allem die Dinge zur Sprache zu bringen, die wir als belastend empfinden. Wir belächeln oft die Geschichte von der falsch ausgedrückten Zahnpastatube und den getragenen Socken auf dem Schlafzimmerfußboden. Aber du würdest dich wundern, wie oft gerade solche Kleinigkeiten in einer Partnerschaft zu Beziehungsproblemen führen können.

Mit der Zeit können solche Gewohnheiten dazu führen, dass du schon darauf lauerst. Wird er wieder seine Socken hinterlassen? Wird sie die Zahnpastatube wieder nicht zuschrauben? Stellt er seine Kaffeetasse wieder schmutzig in die Spüle, anstatt sie kurz abzuspülen, so wie du das immer machst? Mit der Zeit kann der verhaltene Ärger zu Ablehnung und zu aufgestauter Wut gegenüber dem anderen führen, die sich irgendwann in einem hässlichen und unnötigen Streit entlädt.

Missverständnisse sind potenzielle Liebestöter

So manche Verhaltensweise, die wir für uns selber als ganz normal betrachten, sehen wir bei unserem Partner völlig anders. Während du beispielsweise mit deinem Ex ein ganz entspanntes Freundschaftsverhältnis pflegst und das auch offen zeigst, stört dich vielleicht dasselbe Verhalten deines Beziehunspartners gegenüber seiner geschiedenen Frau phänomenal! Ein falsches Wort oder eine falsch verstandene Bemerkung des anderen kann zu Missverständnissen und Streitigkeiten führen, die unter Umständen die neue Beziehung belasten. Hier ist ein wichtiger Beziehungstipp:

Wenn du nicht sicher bist, sprich das Problem an!

Hast du richtig gehört und schätzt die Situation richtig ein, oder reimst du dir etwas zusammen, von dem du glaubst, es ist real? Einer der wichtigsten Beziehungstipps: Wenn du nicht eindeutig mit Ja antworten kannst, solltest du die Sache klären, statt unkontrolliert auszuflippen. Das gilt nicht nur für eine gerade entstehende Partnerschaft, sondern ist auch für lange bestehende Beziehungen wichtig. Auch wenn wir glauben, unsere Beziehungspartner gut einschätzen zu können, ihre Gedanken können wir nicht lesen und wir alle verändern uns im Laufe der Zeit. Was wir zu wissen glauben, kann völlig in die falsche Richtung gehen. Unsere Persönlichkeit wächst und so müssen wir unsere Art der Kommunikation entsprechend modifizieren, um emotional und geistig auf einer gemeinsamen Frequenz verbunden zu bleiben. Falls es bei dem Missverständnis um die Vergangenheit ging, hab Vertrauen und lass die Vergangenheit in der Vergangenheit ruhen. Wenn du den kalten Kaffee aus alten Zeiten aufwärmst und dem geliebten Menschen in deinem Leben Schuldgefühle bereitest, kann das eure Partnerschaft vergiften.

3. Betrachtet den geliebten Menschen in eurem Leben niemals als Selbstverständlichkeit

Gut, er klingt wie einer der eher selbstverständlichen Beziehungstipps. Aber er wird viel zu oft ignoriert. Mach dir gleich am Anfang einer Beziehung all die Dinge bewusst, mit denen dich dein neuer Partner beglückt. Dann wird es leichter, diese Dankbarkeit für all das wunderbare, dass er für dich tut, als eine liebgewordene Gewohnheit fortzuführen. Drücke diese Dankbarkeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit aus.

Du musst keine große Sache daraus machen. Eine liebevolle Umarmung und ein Dankeschön genügen, wenn er dein Lieblingsessen für dich gekocht hat oder nach dem Essen, das du ihm serviert hast, ohne Diskussion den Abwasch erledigt. Sage ihr, wie sehr es dich freut, dass sie deinen Kaffee genauso zubereitet, wie du es gerne hast, sei es mit einer Prise Zimt oder einem Löffel Zucker, den sie selbst nie in ihren Kaffee tun würde. 

Ein solches Lob macht keine Mühe, aber es hinterlässt bei dem anderen das Gefühl, geschätzt und geliebt zu werden und du selber wirst spüren, dass dir dieselbe Wertschätzung entgegengebracht wird. Diese Liebesbeweise sind Gold wert. Wenn jeder den anderen anerkennt, kann eure Liebe gemeinsam wachsen. Das gilt für beide, Frauen und Männer.

4. Gib deinem Partner Raum für eigene Interessen

Viele Menschen können es schlecht ertragen, mit sich selbst alleine zu sein. Andere wollen jede freie Minute miteinander verbringen, für sie ist Zeit zu Zweit ein Beweis einzigartigen, großen Liebe und Zusammengehörigkeit. Dabei ist es so wichtig, Zeit alleine verbringen zu können. Jeder Mensch hat andere Interessen und möchte ihnen nachgehen.

Dieses Gefühl mag am Anfang der Verliebtheits-Phase zurücktreten, doch nach einer gewissen Zeit melden sich nicht nur diese Interessen zurück, sondern auch die Menschen, die damit verbunden sind, Freunde, Sportpartner, die Kochgruppe, der Meditationskreis.

Hier kommt einer der wichtigsten Beziehungstipps: Nimmst du dir diese Zeit nicht oder respektierst es nicht, wenn dein Beziehungspartner sich entsprechend engagiert, kann es zu gegenseitiger Reizbarkeit und zu unnötigem Streit führen.

Jeder Mensch braucht seinen Freiraum und wenn dieser Raum beschnitten wird, führt das zwangsläufig zur Kampfbereitschaft. Statt Kritik an seinen oder ihren Interessen zu üben, lass deinen Partner gehen und sich seine Zeit nehmen. Tu das auch für dich selber. Vor allem Aktivitäten wie Meditation, persönliche Reflexion oder auch einfach stille Kontemplation funktionieren nun mal am besten alleine.

Denk daran: Abwesenheit erhöht die Freude auf das Wiedersehen

In langjährigen Partnerschaften hat es sich bewährt, wenn möglich jeder für sich einen besonderen Raum zu haben, beispielsweise den Dachboden oder einen ausgebauten Keller, die Garage oder eine Ecke im Schlafzimmer.

5. Einer der wichtigsten Beziehungstipps: Vernachlässige dich nicht

Es ist ganz normal, dass nach einer gewissen Zeit eine Reihe von komfortablen Gewohnheiten entstehen. Vermutlich stehst du nicht mehr stundenlang vor dem Spiegel, um dich in möglichst gutes Licht zu setzen, bevor du dich mit ihm an den Esstisch setzt.

Es kann auch sein, dass dein Partner denselben Pullover oder dieselbe Hose zweimal trägt, weil er sich darin besonders wohlfühlt. Männer tun so etwas, ohne groß darüber nachzudenken. Anders sieht es bei der Körperpflege aus, die sollte keiner von euch vernachlässigen. Ebenso wichtig ist es, den gemeinsamen Wohnraum sauber zuhalten.

Natürlich kannst du geleerte Bierdosen und Pizzakartons auf dem Boden stapeln, aber das heißt nicht, dass du das auch tun solltest. In einer Beziehung müssen sich zwei Menschen wohlfühlen. Es zeugt von Respekt gegenüber dem anderen, wenn du dich selber und euren Wohnraum pflegst oder zumindest ein Maß von Pflege aufrechterhältst, das dem anderen deine Wertschätzung zeigt.

6. Teile ein paar Hobbys, aber verfolge auch deine eigenen Interessen

Interessierst du dich für Fußball? Nein? Und wie sieht das bei deinem Lebenspartner aus – teilt er deine Liebe für exotische Kochkurse? Auch nicht? Das ist überhaupt kein Problem.

Im Gegenteil, es ist völlig normal! Es ist wunderbar, wenn ihr einige Hobbys und Interessen gemeinsam wahrnehmen könnt, vielleicht den Besuch eines Tanzkurses oder der Besuch von Weinproben mit guten Freunden. Auch gemeinsame Ziele sind etwas Wunderbares. Spart für eine Reise, legt einen Garten an, züchtet eure Lieblingsblumen gemeinsam.

Aber folgt auch unbedingt einem der wichtigsten Beziehungstipps für funktionierende Gemeinsamkeit: Gebt euch für eure individuellen Interessen den nötigen Freiraum. Ihr werdet feststellen, dass es großen Spaß macht, euch hinterher über die Zeit alleine auszutauschen.

7. Gib es zu, wenn du dich geirrt hast

Zu den wirklich wichtigen Tipps, die du immer wieder hören wirst, gehört dieser Rat: Stehe dazu, wenn du feststellst, dass du dich geirrt hast. 

Es gibt Menschen, denen das sehr schwerfällt. Gehörst du auch dazu? Dann probiere es einfach mal aus. Du wirst sehen, damit gewinnst du den Respekt und die Wertschätzung deines Lebenspartners. Andernfalls stehst du einfach dumm da wie ein schmollender Teenager. 

Vertrauen ist die Grundlage einer Beziehung und es macht eure Partnerschaft besser, wenn dein Partner weiß, dass er darauf zählen kannst, dass du dein bestes gibst, aber auch dazu stehst, wenn du mal Mist gebaut hast.

8. Seid immer ehrlich miteinander

Wenn du den geliebten Menschen in deinem Leben anlügst, weil du ihn nicht verletzen oder beleidigen willst, wird sich das eines Tages auf unschöne Weise rächen.

Der andere wird spüren, dass etwas nicht stimmt. Beispielsweise beim Sex. Wenn du ihm immer wieder versicherst, dass es wieder „ganz toll“ war, obwohl du das Ende nicht erwarten konntest, wirst du deine Frustration auf Dauer nicht verbergen können. Sie schwingt unterschwellig mit und du wirst möglicherweise ab und zu zickig reagieren, ohne dass es dir bewusst ist. Nicht ausgedrückte Frustration führt auf Dauer zu einer unglücklichen Beziehung.

Hab Vertrauen zu deinem Lebenspartner und sage ihm, was im Bett nicht mehr stimmt. Schlage ihm andere Praktiken vor, die du gerne ausprobieren würdest. Ehrlichkeit zahlt sich am Ende immer aus und ein Paar, das zusammengehört und das auch weiß, wird immer einen Weg finden, solche Situationen gemeinsam zu meistern.

9. Unterstelle deinem Partner nie böse Absichten

Wenn du dich mit deinem Partner oder deiner Partnerin streitest, dann kann es schnell passieren, dass du das Gefühl bekommst, der oder die andere würde dich absichtlich ärgern wollen. Eigentlich liegt es aber fast immer daran, dass du die Situation aus deiner Perspektive siehst und dein Partner eben aus seiner. Versuch auch in einem Konflikt mit deinem Partner so wie ein Straf-Verteidiger zu sein. Ist die böse Absicht des anderen zweifelsfrei bewiesen, oder könnte er oder sie einfach etwas ganz anderes im Sinn gehabt haben? 

Wenn du so vorgehst, dann ersparst du dir und euch eine menge unnötiger Streitereien und Verletzungen. 

Fazit

Langzeitbeziehungen sind harte Arbeit. Es ist nicht so, dass du einmal den Jackpot knackst und dich dann auf die faule Haut legen kannst, sondern du musst weiter dafür sorgen, dass eure Beziehung schön bleibt. Wenn du diese 9 Beziehungstipps umsetzt, schaffst du dafür aber die besten Voraussetzungen dafür, dass es zwischen euch toll bleibt und du nie deine Beziehung retten musst. 


Niklas Löwenstein


Niklas Löwenstein war als Experte für Product und Behaviour Design in vielen internationalen Technologiefirmen tätig, bevor er inspiriert durch eigene Erfahrungen zu dem Thema Liebe in Beziehungen kam und darin seine Lebensaufgabe fand. In seiner Arbeit kombiniert er seine Expertise, mit modernen Methoden Gewohnheiten im Leben seiner Klienten zu schaffen, mit den wirksamsten Verhaltensänderungen für glücklichere Beziehungen. Niklas Löwenstein hat neben verschiedenen Kursen 2 Bücher veröffentlicht, die bereits über 30.000 Lesern dabei helfen konnten, glücklichere Beziehungen zu führen. Er hat 2 Kinder, ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Köln.

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