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Beziehungsprobleme: 10 Hauptgründe & Lösungen

von  Niklas Löwenstein

Ich verrate dir jetzt mal ein Geheimnis: Jedes Paar hat mal Beziehungsprobleme! Ja, selbst deine Freunde. Und selbst die Menschen, die immer so glückliche Bilder ins Internet stellen.

Beziehungsprobleme sind teilweise sogar normal und wichtig! Denn so lernen du und dein Partner sich wirklich kennen. Wie verhält er sich in einem Streit? Wie kompromissbereit seid ihr? Solche Themen kommen während eines Konflikts wirklich “ans Licht”.

Liebe bedeutet nun mal auch Arbeit und Entwicklung, deshalb ist nicht immer alles rosig. Allerdings gibt es auch Streite, die sich immer wiederholen. Irgendwann kann das echt ein langfristiges Beziehungsproblem darstellen. Damit eure Beziehungsprobleme nicht in einer Trennung oder Scheidung enden, erfährst du hier, was die häufigsten Gründe für sie sind und wie du sie löst!

Beziehungsprobleme kann man nicht dauerhaft ignorieren

Ja, es ist schöner, “red flags” einfach zu ignorieren. Es ist super gemütlich, nicht über Beziehungsprobleme zu sprechen. Aber dann passiert Folgendes: Kennst du das, wenn ein Streit über etwas Unwichtiges plötzlich eskaliert? Eine Kleinigkeit wirkt wie der letzte Tropfen. Und plötzlich explodiert ihr. Das ist meistens das Ergebnis davon, wenn man Sachen, die einen schon lange stören, nicht ausspricht. 

Also: Schau nicht weg. Es ist wichtig, Streitpunkte früh zu erkennen. Nur so könnt ihr sie als Team bekämpfen, und eine Scheidung vermeiden.

Denn Beziehungsprobleme, die ignoriert werden, werden meistens nur schlimmer.  Wenn man sie ignoriert, kann das irgendwann sogar zu einer Trennung führen, selbst wenn noch Gefühle da sind. Könntest du damit leben? Weil deine Antwort bestimmt nein ist, habe ich dir hier die 10 häufigsten Gründe für Beziehungskrisen aufgelistet - gemeinsam mit Lösungen!


10 häufige Gründe für Beziehungsprobleme

Ich verrate dir eins. Krisen haben oft eine Vorgeschichte. Das wird verschlimmert, wenn einer von euch schlecht kommuniziert. Hier handelt es sich um „Beziehung-Bremsen“. Denn egal, was du sonst machst - solange du diese Bremsen nicht löst, ist alles andere nutzlos. So als ob du im Auto Gas gibst und dabei auf der Bremse stehst...

Das Gute ist, dass wir schnell wissen können, welche eure größte Bremse ist. Beantworte dafür einfach die Fragen in unserer interaktiven Situationsanalyse. Wir zeigen dir dann, wie du sie lösen kannst!

Jetzt weißt du, dass du etwas ändern musst, um eine Trennung zu vermeiden. Als nächstes erwartet dich eine Übersicht der häufigsten Beziehungsprobleme. Dazu bekommst du Tipps, um diese Probleme zu lösen. Dann kannst du sofort loslegen, und schauen, was davon auf dich zutrifft:

1. Andere Prioritäten

Willst du deine Liebe erhalten? Dann hör auf, nur an deine To-do-Liste zu denken. Denn eine der größten Gefahren in einer Beziehung ist, dass man sich gegenseitig für selbstverständlich nimmt und sich so auseinander lebt. "Beziehungen verlieren ihren Glanz. Also mach deine zu einer Priorität". Das sagt Karen Sherman, Autorin von Marriage Magic. 

Klar ist das schwer, sobald der Alltag einen einholt. Aber gemeinsame Hobbys zu finden, oder sich Zeit für Dates nehmen, wird viel verändern. Kümmer dich um gemeinsame Zeit! Voller Terminkalender hin oder her! Das wird eurer Ehe unglaublich guttun. 

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Macht euch Komplimente. Zeig damit Wertschätzung
  • Plane Date-Nächte. Plant sie im Kalender, so wie ihr jedes andere wichtige Ereignis planen würdet
  • Zeig richtiges Interesse. Frage ihn nach seinem Tag und nimm regelmäßig im Laufe des Tages Kontakt auf
  • Nimm den anderen nicht für selbstverständlich und trotze dem Alltag
  • Respektiert euch gegenseitig. Sagt "Danke" und "Ich weiß das zu schätzen". Das lässt euren Partner wissen, dass sie wichtig sind

2. Kein Vertrauen

Achtung, kitschiger Satz: Vertrauen ist die Basis jeder guten Beziehung. Tatsächlich stimmt dieser Satz aber, und wenn du und dein Partner einander nicht vertrauen, solltet ihr unbedingt etwas daran verändern. 

Weshalb vertraut ihr euch nicht? Gab es Lügen oder Betrug? Wenn ja, habe ich auch einen Blogpost für dich, indem ich dir erkläre, wie man sowas am besten überwindet. Vielleicht liegt es aber auch an mangelndem Engagement, oder einem Trauma aus einer vergangenen Beziehung? Vielleicht wurde das Vertrauen auch nie aufgebaut? So oder so solltest du die Quelle des Problems finden.

Vertrauen ist im Grunde wie eine Leiter. Du musst sie Stufe für Stufe rauf klettern. Und wenn du einmal abrutscht, landest du wieder schmerzhaft ganz am Anfang. Vertrauen aufzubauen - vor allem, wenn es einmal zerstört wurde - braucht immer Zeit. Aber wenn ihr dafür sorgt, dass eure Beziehung wirklich schön ist, wirst du die Stufen der Vertrauens-Leiter viel schneller hochklettern, als wenn es zwischen euch nicht gut aussieht.

Der erste Schritt, um Vertrauen wieder aufzubauen ist, ehrlich und transparent zu sein. Vielleicht weiß dein Partner ja gar nichts von deinen Bedürfnissen und Ängsten. Wahrscheinlich kennst du auch die Bedürfnisse deines Partners nicht so gut, wie du grade glaubst.

Ich weiß, so emotionalen Gespräche aus heiterem Himmel zu führen ist nicht immer leicht. Also nehmt euch wirklich Zeit, und hört einander zu. Wenn du dir Zeit für diese Art von Gesprächen nimmst, beweist du dem anderen, dass du dich um ihn sorgst, dass es dir ernst ist und dass du es wert bist, dass man dir vertraut.

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Steh zu deinem Wort
  • Halte Versprechen und Verabredungen ein
  • Bleib stets bei der Wahrheit (auch keine Notlügen!)
  • Sei fair, auch in einem Streit (dazu mehr in unserer Strategie Checkliste am Ende)
  • Gib deinem Partner das Gefühl, dass er auf dich zählen kann
  • Ruf an, wenn du zu spät nach Hause kommst
  • Sei nicht unberechenbar
  • Sag in der Wut nicht Dinge, die du nicht so meinst
  • Respektiere die Grenzen deines Partners
  • Sei ein guter Zuhörer

3. Seine Grenzen nicht kennen

Grenzen zu setzen ist ein wichtiger Teil in JEDER Beziehung. Egal ob körperliche oder mentale Grenzen. Egal ob in Freundschaft, Familie oder Ehe. Nur so fühlt man sich sicher und schafft eine gesunde Basis für die Liebe.

Wichtig ist zu verstehen, dass Menschen eine unterschiedliche Toleranz für Dinge haben. Das heißt, nur weil du etwas nicht schlimm findest, heißt das nicht, dass das für deinen Partner ebenso gilt. 

Deswegen müsst ihr offen über eure Grenzen und eure Bedürfnisse sprechen. Es geht nicht, dass du einfach annimmst, dass bestimmte Dinge selbstverständlich sind. Ihr müsst Grenzen klar kommunizieren und diese dann respektieren. Nur so kriegt ihr beide ein Gefühl von Sicherheit in der Beziehung. 

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Grenzen verletzt werden, ist es wichtig, das anzusprechen. So sehr du dir auch wünschst, dass dein Partner deine Gedanken lesen könnte… er kann es nicht! Außerdem können sich die Grenzen im Laufe der Zeit auch ändern, also sprecht über dieses Thema.

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Frage dich selbst wobei du dich wohl- und unwohl fühlst
  • Überlege, wie eine schöne Beziehung für dich aussieht
  • Sprecht darüber, was ihr euch von der Partnerschaft erhofft. Sprecht auch darüber, was ihr nicht in Ordnung findet
  • Lern mehr darüber, wie eine schöne Beziehung funktioniert. Zum Beispiel mit meinem Beziehungs-Boost Kurs

4. Schlechte Kommunikation

Das hier gilt für alle Punkte. Und ich bin mir sicher, du hast es schon hundert Mal gehört: Kommunikation ist die Basis von jeder guten Beziehung. Das heißt auch, dass schlechte Kommunikation zu Beziehungsproblemen führt. 

Alle Krisen sind laut Elaine Fantle Shimberg, Autorin von Blending Families, auf schlechte Kommunikation zurückzuführen. "Du kannst nicht kommunizieren, während du auf dein Handy schaust, fernsiehst oder durch den Sportteil blätterst", sagt sie.

Das bedeutet für dich: Bemühe dich, dich auszudrücken. Und ermutige deinen Partner, dasselbe zu tun. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan. Deshalb hast du hier einige Tipps:

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Unterbrich nie deinen Partner
  • Nimm nicht alles persönlich
  • Verstehe, dass dein Partner keine Gedanken lesen kann
  • Führt Gespräche beim Spazieren. Dabei geht ihr in eine Richtung. Und durch die andere Umgebung und das Laufen ist es einfacher, Beziehungsprobleme zu besprechen
  • Verstehe, dass Frauen und Männer oft anders kommunizieren. Entwickle ein Verständnis dafür

5. Langweiliger Sex

Die Studie “So liebt Deutschland” von ElitePartner zeigt: Fast jeder dritte Mann wünscht sich mehr Engagement im Bett. Oft wird der körperliche Teil einer Beziehung aber vernachlässigt. Klar, nach einer gewissen Zeit zusammen holt der Alltag euch vielleicht ein. Da kann es schnell passieren, dass sich der Sex fad anfühlt. Erkennst du euch da wider?

Autorin Mary Jo Fay sagt: Fehlende sexuelle Selbsterkenntnis verschlimmert andere Beziehungsprobleme. Laut ihr hat Sex viele Vorteile. Es bringt uns einander näher. Es setzt positive Hormone frei. Und es erhält das Feuer eines Paares. Klingt gut, oder?

Auch hier hilft offene Kommunikation. Redet über eure Bedürfnisse! Ja, es kann unangenehm sein, über diese Dinge zu sprechen. Aber es super wichtig, den sexuellen Funken zu erhalten. Probiert aus. Erforsch Sex mit deinem Partner! So vermeidet ihr Langeweile.

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Redet offen über eure Bedürfnisse
  • Planen, planen, planen. Fay schlägt vor, einen Termin zu vereinbaren. "Wenn Sex auf dem Kalender steht, erhöht das die Vorfreude", sagt Fay
  • Probiert euch aus
  • Überlegt, ob eine Sextherapie nicht auch eine Möglichkeit wäre

6. Immer die gleichen Streitpunkte

Alle Paare haben Streit. Das heißt erstmal nichts! Du musst dir also nicht sofort Gedanken machen ob er oder sie dich noch liebt. Konflikte können dir und deinem Partner sogar helfen, euch besser kennenzulernen. Und obwohl Konflikte wichtig sind, gibt es trotzdem Sachen, die einfach nicht sein müssen.

Das Gute an einem Streit? Die Lösung am Ende! Heißt: Wenn ihr keine Lösung findet, werdet ihr wahrscheinlich immer den gleichen Streit haben. Deswegen solltet ihr daran arbeiten, produktive Streitereien zu führen. 

Vielleicht denkst du jetzt “Produktivere Streitereien!?” Ja, es klingt wirklich seltsam. Ich weiß natürlich, dass so ein Streit immer schmerzhaft ist, und nicht romantisiert werden sollten. Aber einen Weg zu finden, den Streit hinter sich zu lassen, ist ein wichtiger Teil einer gesunden Liebe. Wenn du und dein Partner lernen, auf eine produktive Art zu streiten, werdet ihr nicht immer die gleichen Streitereien haben. So wird eure Beziehungsprobleme kleiner und eure Liebe stärker!

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Hör auf, dich als Opfer zu sehen. Es ist nicht alles die Schuld deines Partners
  • Sei ehrlich. Wie bist du in einem Streit? Lösungsorientiert? Provokant?
  • Schau dir unsere untere Checkliste an zu “Strategien”. Die werden dir helfen, gute Gespräche zu führen
  • Wenn ihr einfach nicht aus dem Teufelskreis rauskommt, überlegt, ob eine Paartherapie sinnvoll wäre. Sowas kann euch oft vor einer Trennung bewahren, und große Beziehungskrise auflösen

7. Falsche Kompromisse

Sind Kompromisse nicht toll? Du bekommst nicht, was du willst und dein Partner auch nicht… Problem gelöst, oder?

Das Problem ist meistens, dass wir nicht verstehen, dass beide haben können, was sie wollen. Jedenfalls, wenn wir WIRKLICH verstehen, was der andere eigentlich wirklich möchte. 

Was meine ich damit? Nehmen wir mal an, du liebst Steak und bist - wie ich - wirklich futter neidisch. Wenn ihr jetzt beide das gleiche Steak wollt, dann kann man da natürlich anfangen zu teilen und Kompromisse zu machen. Aber was meinst du, wie die Situation aussieht, wenn du grade erst Sushi gegessen hast. Ja, du liebst vielleicht immer noch Steak. Aber da du eigentlich schon ziemlich satt bist, überlässt du das Steak sicher gern deinem Partner.

Was ich dir mit diesem Beispiel eigentlich sagen möchte: Wir alle haben ein paar grundlegende Bedürfnisse. Und genau wie Hunger und Durst haben wir ähnliche Bedürfnisse auch in unserer Beziehung. Wenn unsere Beziehung diese Bedürfnisse stillt, wirst du feststellen, dass die meisten der Beziehungsprobleme, für die ihr heute noch Kompromisse schließen müsst, auf einmal verschwinden. Und ihr beide das haben könnt, was ihr möchtet.

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Lerne mehr über die 6 menschlichen Grundbedürfnisse. Zum Beispiel in meinem Online Kurs Beziehungs-Boost.
  • Denk daran, dass ihr ein Team seid. Euch wird es besser gehen, wenn eure Beziehung schöner wird
  • Überleg dir nicht, wie du in deiner Beziehung bekommst, was du willst. Sondern stell dir die bessere Frage “Wie können wir es schaffen, dass wir beide bekommen, was wir möchten?”

8. Ihr mögt die Freunde des anderen nicht

Hast du dich schonmal gefragt, wie es sein kann, dass dein Partner Freunde hat die so… Anders sind als das, was du dir für deinen Partner wünscht? Irgendwie weißt du ja auch nicht, worüber dein Partner mit seinen Freunden spricht, was genau sie machen… Wenn er dich wirklich liebt, würde er doch eher Zeit mit dir verbringen…?

Stopp! Es ist nicht gesund, ALLE Zeit als Paar miteinander zu verbringen. Es ist nicht wichtig, dass DU dich super gut mit dem Freundeskreis deines Partners verstehst. Natürlich macht es Sachen einfacher, aber Tatsache ist: Solange sie deinem Partner guttun und gute Freunde für ihn sind, ist der Rest egal. 

Wenn du das Gefühl hast, dass die Freunde einen schlechten Einfluss auf deinen Partner haben, kannst du das natürlich vorsichtig bei deinem Partner ansprechen. Wenn es aber nur darum geht, dass die Freunde des anderen einfach nicht magst, kannst du ja einfach die Zeit, die du mit ihnen verbringst, einschränken. Das ist dann aber deine Sache, nicht die deines Partners, also denk nicht, dass ein Ultimatum irgendwas Positives zu deiner Beziehung oder Ehe beiträgt.

Wie du das Beziehungsproblem löst: Checkliste

  • Lern die Freunde besser gehen. Vielleicht verschwinden dann Vorurteile
  • Verstehe, dass es nicht bei allem um dich geht. Du musst nicht alle seine Freunde mögen
  • Schau, ob sie deinem Partner guttun. Wenn ja, ist der Rest egal

9. Unsicherheit über die Zukunft

Natürlich sollst du im ‘Jetzt’ leben und dir keinen Kopf über Situationen machen, die noch gar nicht eingetreten sind. Genauso normal ist es aber auch, über eure Zukunft zu sprechen. Je nachdem, wo ihr gerade steht, kann “Zukunft” viele verschiedene Dinge bedeuten. Wenn ihr bereits verheiratet seid, ist oft die Frage, die im Raum steht, wohin es jetzt für euch geht. 

Seid ihr glücklich damit, wie euer gemeinsames Leben aktuell aussieht? Möchtest du lieber eine Veränderung, z.B. ein gemeinsames Hobby? All diese Dinge sind wichtig und dürfen auf jeden Fall angesprochen werden! 

Je offener ihr darüber sprecht, desto besser. Häufig haben in einer Beziehung beide Partner Erwartungen für ihre gemeinsame Zukunft und gehen irgendwie davon aus, dass der andere das doch sicher genauso sieht. Ohne dass ihr darüber sprecht, ist das aber fast nie der Fall. 

Vielleicht hat einer von euch eine schlimme Trennung oder Scheidung erlebt und hat Angst, dass das nochmal passiert. Aber wollt ihr für immer vor der Liebe weglaufen? Ein offenes Gespräch über eure Gefühle, eure Pläne und eure Erwartungen an eure Beziehung, bzw. Ehe, wird euch helfen, Unsicherheiten über die Zukunft zu vermeiden.

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Frag dich, ob es an deinem Partner, oder an dir liegt. Eventuell hast du Ängste, die nichts mit deinem Partner zu tun haben. Fall ja, solltest du ihnen auf den Grund gehen
  • Frag deinen Partner, was er sich für eure Zukunft vorstellt. Schaut, ob ihr die gleichen Vorstellungen habt
  • Offener Dialog: Verstehe, dass du deinem Partner vertrauen kannst. Du darfst über deine Gefühle und Erwartungen sprechen. So vermeidest du Unsicherheiten für die Zukunft

10. Das liebe Geld

“Wieso bezahle eigentlich ich immer?”, “Wie, du willst getrennte Konten haben?”, “Wieso ist Geld überhaupt ein Thema?” Die Studie “So liebt Deutschland” aus 2019 zeigt, dass tatsächlich nur vier von zehn Paaren ein offener Austausch über Finanzen gelingt. 

Es ist ätzend, aber Geld ist eines der "beliebtesten" Beziehungsprobleme. Dadurch, dass Finanzen oft ein Tabu-Thema für uns ist, vermeiden wir es, überhaupt darüber zu sprechen. 

Und spätestens, wenn aus einer Beziehung eine Ehe wird und irgendwann Kinder dazukommen, kann das Thema Geld Paare richtig unglücklich machen. Das heißt, wenn ihr nicht vorher geklärt habt, wie ihr damit umgehen wollt.

Wenn einer von euch zu Hause bleibt, um sich um die Kinder zu kümmern, solltet ihr euch VORHER überlegen, was das für eure Finanzen bedeutet. Wenn ihr euch als Team die Arbeit aufteilt, dann solltet ihr auch das Geld teilen. 

Stell dir vor, ihr eröffnet zusammen ein Restaurant. Du kochst und dein Partner bedient vorne die Gäste und rechnet natürlich auch ab. In diesem Fall wäre das völlig absurd, wenn er jetzt darüber entscheiden würde, wie viel von “seinem” Geld er dir geben möchte, weil er es ja verdient hat. Wenn du nicht gekocht hättest, hätte er auch nichts verkauft.

In einer Familie ist es nicht anders. Wenn einer nicht auf die Kinder aufpasst, müsste es der andere tun. Von daher könnte er (oder sie) dann natürlich nicht gleichzeitig Geld verdienen.

Leider ist das Geld eben in den meisten Beziehungen wirklich ein Tabu Thema. Erst redet man nicht darüber und dann entwickelt sich die Situation einfach irgendwie. Und am Ende ist mindestens einer extrem frustriert.

Und natürlich ist mein Beispiel von grade auch nur eine Möglichkeit (wenn auch eine extrem häufige). Wenn ihr nicht darüber sprecht, wie ihr euer Geld ausgeben wollt, oder was ihr euch an Schulden wirklich zumuten wollt, entstehen schnell Beziehungsprobleme.

Wie meistens ist der Schlüssel dazu: ehrlich und offen über die Finanzen zu sprechen! Ja, es ist ungewohnt. Uns wurde beigebracht, dass man nicht offen über Geld spricht und “dass sich das nicht gehört”. Aber du und ein Partner seid ein Team! Es ist wichtig, dass ihr auch diese Themen urteilsfrei besprechen könnt. 

Wie du das Problem löst: Checkliste

  • Seid unbedingt ehrlich, was eure Finanzen angeht ehrlich
  • Redet nicht während eines Streits über Geld. Sondern in ruhigen Momenten
  • Respektiert es, dass ihr vielleicht anders mit Geld umgeht
  • Gebt euch keine Schuld gegenseitig
  • Erstellt ein gemeinsames Konto
  • Erlaubt euch Freiheit, indem jeder noch ein eigenes Konto hat
  • Redet über finanzielle Ziele
  • Plant ihr eine Familie? Dann klärt früh, wie ihr mit dem Geld umgeht

Checkliste für ein erfolgreiches Beziehungsgespräch

Ein Konfliktgespräch ist nicht so einfach. Wie die wenigsten ernsten Gesprächsthemen. Man wird schnell emotional. Und wenn man Pech hat, ist nach so einem Gespräch alles schlimmer als vorher. Allerdings kann Reden so manche Beziehungskrise lösen. Deswegen habe ich hier eine Übersicht meiner liebsten Tipps für dich. Damit bringt ein Beziehungsgespräch auch wirklich was!

  1. 1
    Sanfter Ton: Wahrscheinlich kannst du dir denken, dass ein Gespräch das mit “Du bist so ein unaufmerksamer Mensch!” beginnt, nicht sehr erfolgversprechend ist. Versuche also, nicht defensiv oder wütend rüberzukommen, sondern sanft und wohlwollend.
  2. 2
    Ruhig bleiben: Leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber das Talent, während eines Streits ruhig zu bleiben wird deiner Beziehung langfristig wirklich guttun. Eine hitzige Diskussion führt nämlich meistens zu nichts. Wenn du bemerkst, dass die Luft immer dicker wird, macht eine 15 Minuten Pause, und redet dann weiter.
  3. 3
    Positiv bleiben: Positive Kommentare sind sehr gut. “Guter Punkt”, “Erzähl mir gerne mehr”, und so weiter. Natürlich darfst du deinen Partner kritisieren. Du darfst auch sagen, was du fühlst. Aber es sollte eben eine Mischung aus positiven und konstruktiven Kommentaren sein.
  4. 4
    Sei offen: Versuche, nicht bei jedem Kommentar deines Partners den Kopf zu schütteln. Hör stattdessen zu. Berücksichtige die Gefühle des anderen. Auch, wenn du es anders siehst. Denn das heißt nicht, dass die anderen Gefühle keine Berechtigung haben.
  5. 5
    Es gibt keine Gewinner: Wenn du denkst, dass es beim Streiten ums Gewinnen oder recht haben geht, musst du diese Denkweise schnell ändern. Stolz und Ego sollten in eurer Beziehung oder Ehe keinen hohen Stellwert haben! Manchmal hilft es auch einfach, die Schultern zu zucken, sich in die Arme zu nehmen und zu sagen “Okay, dann haben wir hier wohl einfach andere Meinungen, aber das ist ja auch nicht so schlimm.” 

Fazit

"Du kannst das Verhalten eines anderen nicht kontrollieren", sagt die Psychologin Susan Silverman. "Das Einzige, das du kontrollieren kannst, bist du". Und sind wir mal ehrlich: Selbst das fällt uns ja schon hin und wieder schwer, oder?

Auch wenn es immer Beziehungsprobleme geben wird, kannst du eines kontrollieren: Wie du auf die Dinge reagierst. Die Tipps, die ich hier mit dir geteilt habe, werden dafür sorgen, dass ihr Eheprobleme minimiert. Wenn nicht sogar ganz vermeidet!

Vergiss aber nicht, dabei ein wenig realistisch zu sein. Wirf nicht gleich alle Ambitionen über Board, nur weil deine Beziehung nicht sofort super harmonisch geworden ist. Zu denken, dass dein Partner all deine Bedürfnisse sofort erfüllen wird, ist eine Hollywood-Fantasie. Mir hat es geholfen, vieles einfach auch mit Humor zu sehen. Dinge loszulassen hat bei mir dafür gesorgt, dass ich und meine Frau einfach wieder mehr Spaß miteinander haben.

So oder so werden die Tipps, die du hier gelesen hast dafür sorgen, dass mehr Leichtigkeit in deine Beziehung kommt. Denn meistens ist der Schlüssel für alle Probleme: Transparenz. Offenheit. Und liebevolle Kommunikation. So wird sich eure Partnerschaft langfristig in eine harmonische, liebevolle und sichere Ehe verwandeln.

Niklas Löwenstein


Niklas Löwenstein war als Experte für Product und Behaviour Design in vielen internationalen Technologiefirmen tätig, bevor er inspiriert durch eigene Erfahrungen zu dem Thema Liebe in Beziehungen kam und darin seine Lebensaufgabe fand. In seiner Arbeit kombiniert er seine Expertise, mit modernen Methoden Gewohnheiten im Leben seiner Klienten zu schaffen, mit den wirksamsten Verhaltensänderungen für glücklichere Beziehungen. Niklas Löwenstein hat neben verschiedenen Kursen 2 Bücher veröffentlicht, die bereits über 30.000 Lesern dabei helfen konnten, glücklichere Beziehungen zu führen. Er hat 2 Kinder, ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in Köln.

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