Ich liebe ihn nicht mehr. Wie geht es jetzt weiter?

von  Niklas Löwenstein

“Ich liebe ihn nicht mehr” - fast jeden Tag taucht dieser Satz in einer der Nachrichten auf, die ich als Beziehungs-Coach bekomme. Und wahrscheinlich ist es bei dir auch so, dass du schon länger nicht mehr glücklich in deiner Beziehung bist. 

Meistens entwickeln sich Partner über einen längeren Zeitraum langsam auseinander. Die Wärme in der Beziehung wird weniger und die Distanz zwischen einander wächst. Das merkt man nicht nach einem Tag. Auch nicht nach einer Woche, oder nach einem Monat. Aber irgendwann wachst du auf und stellst fest: “Ich liebe ihn nicht mehr”.

Gleichzeitig bist du dir aber wahrscheinlich trotzdem nicht so ganz sicher. Da ist zumindest noch die Erinnerung daran, wie schön es zwischen euch mal gewesen ist. Kann dieses Gefühl noch einmal zurückkommen? Oder solltest du wirklich einen Schlussstrich ziehen, um die Liebe woanders zu suchen?

Nicht immer ist die Unterscheidung einfach: Wann ist es einfach nur eine harte Zeit, nach der auch wieder eine bessere Zeit kommt? Und wann ist die Beziehung am Ende, und es folgt die Erkenntnis: “Ich liebe ihn nicht mehr. Es ist aus.”

Ich erlebe jeden Tag, wie Menschen, die schon beinahe aufgegeben hatten, in ihrer Beziehung die Liebe wiederfinden. Aber das ist natürlich nicht für jeden möglich.

In diesem Artikel erkläre ich dir nicht nur, warum Menschen sich entlieben. Ich nenne dir auch mehr als 50 Anzeichen, die dir helfen können zu erkennen, ob deine Liebe erloschen ist. 

Abschließend stelle ich dir verschiedene Handlungsoptionen vor. Denn auch in dieser schwierigen Situation hast du die Wahl, wie es weitergehen soll.

Wie kommt es dazu, dass Menschen sich entlieben?

Bestimmt kennst du das Spiel, bei dem wir Gegenteile zu Worten finden müssen. Wenn dort jemand das Wort “Liebe” sagt, antworten die allermeisten Menschen “Hass”.

Doch das stimmt nicht immer. In den meisten Beziehungen schlägt die Liebe irgendwann nicht in Hass um, sondern einfach in Lieblosigkeit, in Egalsein und Interessenslosigkeit.

Der Übergang ist fließend. Und er hat verschiedene Gründe.

Der Alltag übernimmt

Das ist wohl keine Überraschung. Wir alle kennen das: Im Alltag nehmen wir unsere Beziehung irgendwann als gegeben an. Wir sind zufrieden miteinander. Es gibt keinen Grund mehr, sich besonders anzustrengen, immerhin haben wir uns schon so häufig gesagt, dass wir füreinander bestimmt sind. Nach und nach schlafen beziehungsförderliche Routinen ein, während schädliche Routinen zunehmen. Und wir sind zu selbstgefällig, um darin ein Problem zu erkennen.

Solche Situationen sind eine große Gefahr für eine Beziehung. Sie können dazu führen, dass zu viel unausgesprochen bleibt oder ihr das Gefühl habt, euch nichts mehr sagen zu können. Aus einer glücklichen Zweisamkeit wird ein Nebeneinander.

Gerade bei Fernbeziehungen können diese sehr unterschiedlichen Alltagsabläufe zu einer Entfremdung führen. Ähnliches gilt aber auch für vermeintlich harmlose Situationen wie zum Beispiel die Elternzeit: Wenn ein Elternteil Vollzeit zu Hause bleibt und der andere Elternteil Vollzeit arbeiten geht, entfernen sich die Lebenswelten voneinander. Natürlich könnt ihr gegensteuern, indem ihr euch bewusst Zeit nehmt für die Alltagswelt des anderen. Bleibt das aus, entfernt ihr euch im Alltag voneinander, obwohl ihr im selben Haushalt wohnt.

Stress

Der Alltag kann auch ohne Stress ein Liebestöter sein. Kommt noch Stress dazu, verschlimmern sich die Probleme. Stress kann viele Ursachen haben: Manche Paare werden durch schlimme Schicksalsschläge auseinander gebracht. Manchmal spielt auch eine aufkommende oder sich verschlimmernde Sucht eine Rolle dabei. Viel häufiger sind es aber auch hier wieder die vermeintlichen Kleinigkeiten: Mental Load wird häufig immer noch nicht als Problem anerkannt. Dabei ist es doch eigentlich ganz logisch: An je mehr andere Dinge ich denken muss, desto weniger Platz ist im Hirn für meine Beziehung. Übrigens bedeutet Mental Load nicht, dass die Person all die Aufgaben allein erledigen würde. Es reicht schon, dass sie diejenige ist, die die Aufgaben verteilen und überprüfen muss. Warum Mental Load so ein Beziehungskiller ist, habe ich hier schon ausführlich aufgeschrieben.

Auch unvorhergesehene Ereignisse wie Arbeitslosigkeit oder Geldsorgen können Stress auslösen. Während der Corona-Pandemie haben viele von uns auf einmal sehr viel gleichzeitig stemmen müssen. Viele Paare mit Kindern fuhren als allererstes ihre Zeit zu zweit drastisch herunter: Das war auf den ersten Blick einfach und ohne zusätzlichen Aufwand machbar. Kurzzeitig war es vielleicht auch gar nicht anders möglich. Umso wichtiger war es dann aber, sich diese Zeit für die Beziehung wieder zu nehmen, sobald sich die Lage in den Betreuungseinrichtungen und im sozialen Umfeld wieder entspannt hatte.

Kommunikationsprobleme

“Kannst du mal den Fön ausmachen? Ich will dir was sagen, aber der Fön ist so laut.” – “Hast du was gesagt? Ich hab dich nicht verstanden; der Fön ist so laut!”

Wenn der laute Fön das größte Problem in eurer Kommunikation ist, lebt ihr in einer wunderbaren Beziehung. In viel mehr Beziehungen hilft selbst absolute Stille nicht bei der Lösung von Kommunikationsproblemen. Im Gegenteil. Die Stille wird drückender und drückender.

Ihr entwickelt vielleicht unterschiedliche Prioritäten, ohne darüber zu sprechen. Oder ihr kritisiert euch ständig. In eurer Kommunikation fehlt der Respekt und der Wille, dem Partner mit offenem Geist zu begegnen.

Fehlende Leidenschaft

Die meisten Menschen sehen fehlende Leidenschaft als Ursache einer Beziehungskrise. Ich sehe sie dagegen eher als Folge davon. Denn fehlende Leidenschaft wird maßgeblich durch die drei oberen Faktoren begünstigt. Die Psychologie dahinter ist ganz einfach: Ein vollgestopfter Alltag schadet der Leidenschaft genauso wie Stress oder eine mangelhafte Kommunikation. 

Manchmal führt das einfach nur dazu, dass ihr kein Liebesleben mehr habt. Manchmal führt es auch dazu, dass sich eine der beiden Personen Sex außerhalb der Beziehung sucht – obwohl eigentlich Monogamie vereinbart war.

Liebe ich ihn wirklich nicht mehr? – 50+X Anzeichen

Bevor wir zu den Anzeichen kommen, noch ein ganz wichtiger Hinweis: Wenn eine Beziehung so weit ist, dass du deine Liebe hinterfragst, gibt es fast immer mindestens eins von sieben Kommunikationsproblemen zwischen den Partnern. Wir nennen diese Probleme "Beziehungsbremsen", denn solange du sie nicht löst, kannst du so viel Energie in deine Beziehung stecken, wie du willst...es wird nicht viel nutzen.

Wenn du das Gefühl hast, dass du deinen Partner nicht mehr liebst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine der Beziehungsbremsen dafür verantwortlich ist. Und dass die Liebe zurückkommt, wenn du es schaffst, sie zu lösen.

Mach den kostenlosen Selbsttest, um herauszufinden, ob und welche Beziehungsbremse deine Beziehung belastet: 👉 zum kostenlosen Selbsttest


Ok, kommen wir zu den Anzeichen:

Meistens ist es nicht möglich, anhand einer einzigen Situation festzumachen, ob wir eine Person noch lieben oder nicht. Zu viele verschiedene Faktoren spielen zum Beispiel eine Rolle dabei, ob du gerade Lust auf Sex hast oder nicht. Und auch nicht jeder Streit bedeutet automatisch das Ende einer Beziehung. Häufen sich jedoch die Situationen oder findest du dich in sehr vielen der folgenden Aussagen wieder, solltest du dir vermutlich eingestehen, dass das Liebesfeuer bei dir nur noch ein wenig glimmt.

Routinen: Er hat bei dir keine Priorität mehr

Im Gegensatz zum Arbeitsplatz entscheiden wir uns in unserem Privatleben freiwillig dafür, welchen Menschen wir Priorität einräumen. Wir achten auf ihre Signale und es ist uns wichtig, sie einzubeziehen. Die folgenden Anzeichen sind Beispiele dafür, dass dein Partner in deinem Leben keine Priorität mehr hat. 

Was er auch tut, er kann es dir nicht recht machen

  • Er schenkt dir Pralinen. Du rollst mit den Augen: “Du willst wohl, dass ich fett werde?”
  • Er schlägt einen Kinoabend vor. Du hast gestern schließlich gesagt, dass du den neuen Film mit Hugh Jackman sehen willst. Aber du willst trotzdem nicht.
  • Er schlägt vor, dass du dieses Jahr ganz allein das Urlaubsziel aussucht. Das wolltest du letztes Jahr schon. Jetzt findest du die Idee doof, weil du meinst, er stehle sich aus den Vorbereitungen.

Egal, was er versucht: Er gerät immer wieder in die Schusslinie. Du nörgelst, bist unzufrieden und hast immer was zu meckern. Selbst, wenn sein Vorschlag eigentlich genau passt, machst du ihn erstmal schlecht.

Seine Bedürfnisse interessieren dich nicht

Es fängt bei den Kleinigkeiten an: Er achtet gerade besonders auf seine Ernährung, um mögliche Allergien festzustellen. Du backst und kochst davon ungerührt. Er hält Mittagsschlaf und du saugst dennoch vor dem Schlafzimmer mit eurem lauten Staubsauger. Er möchte das Wochenende mit der gesamten Familie zum Geburtstag der Oma fahren; du machst für Samstagnachmittag einen Friseurtermin.

Bestimmt hast du gute Gründe für dein Verhalten. Und vermutlich hat er auch gute Gründe für sein Verhalten. Mittlerweile sind dir seine Gründe aber egal.

Du schiebst dein Smartphone zwischen dich und deinen Partner

Wenn ihr im selben Raum seid und die Chance hättet, miteinander zu sprechen, hängst du stattdessen am Smartphone. Du telefonierst, oder du chattest. Oder du daddelst einfach nur. Alles ist besser, als mit ihm reden zu müssen.

Du siehst euren Alltag als Verpflichtung

Früher war der Alltag mit ihm jeden Tag ein Highlight. Du hast es genossen, die ganz normalen Dinge zu tun: Gemeinsam essen, gemeinsam die Wohnung putzen, über die Einkaufsliste sprechen, das Baby im Kinderwagen um den Block schieben.

Inzwischen ist der Glitzer von all diesen Alltagsmomenten verschwunden. Dein Alltag ödet dich an. Und seine Rolle in eurem Alltag ödet dich ebenfalls an. Euer gemeinsamer Alltag ist eine Verpflichtung. Mehr nicht.

Du machst ohne ihn Pläne

Du machst deine Pläne lieber ohne ihn. Das bezieht sich nicht nur auf eine gemeinsame Zukunft, sondern ganz konkret auf die vielen kleinen Entscheidungen im Alltag. Fahrt ihr mit dem Auto oder dem Zug zur Oma? Wann triffst du dich mit deiner Mädels-Runde? Geht ihr zur Abend- oder Nachmittagsvorstellung? Fährst du  lieber Anfang September oder Anfang Oktober auf Dienstreise?

Früher hast du all diese Kleinigkeiten mit ihm abgesprochen, denn es war dir wichtig, dass ihr auf einer Wellenlänge seid. Und du wolltest seine Bedürfnisse nicht ignorieren. Heute entscheidest du; und damit muss er leben.

Du planst bewusst mit räumlicher Trennung

An manchen Tagen hast du die Wahl: Er ist zu Hause. Du kannst es dir einrichten, auch zu Hause zu sein. Oder du achtest bewusst darauf, auf diese Zeit auswärtige Termien zu legen. 

Er arbeitet im Homeoffice – du fährst zum Schreiben in die Stadtbücherei. Er putzt die Küche – du das Zimmer, das davon am weitesten entfernt ist. Er legt die Mittagspause so, dass ihr gemeinsam essen könnt – du legst dir eine Telefonkonferenz in diese Zeit.

Du lenkst dich ab, indem du die Probleme anderer Leute löst

Sobald eine Freundin Liebeskummer hat, bist du zur Stelle. Du tröstest, du analysierst, warum sie ohne den Typen eigentlich besser da steht und du bist überzeugt, dass die Anzeichen bereits von vornherein da waren. Vor ähnlichen Anzeichen in der eigenen Beziehung drückst du allerdings die Augen zu.

Ihr habt nichts gemeinsam – oder nur die Kinder

Wenn dir als einzige Gemeinsamkeit eure Meldeadresse oder eure gemeinsamen Kinder einfallen, habt ihr ein Problem. War das schon immer so? Oder habt ihr ursprüngliche Gemeinsamkeiten im Laufe der Beziehung verloren? Wenn du das Gefühl hast, es war früher schön und ist erst schwieriger geworden, seid ihr Kinder habt, schau dir meinen Vortrag Das After Kids Dilemma an, um zu erfahren, was bei euch passiert ist. 

Es gibt keine Aktivitäten, die du gern mit ihm unternimmst

Aktivitäten, die ihr früher gemeinsam unternommen habt, ziehst du nun lieber mit anderen Menschen oder alleine durch. So kannst du sie wesentlich mehr genießen. Du hast nicht das Bedürfnis, diese Erlebnisse mit ihm zu teilen. Im Gegenteil: Du genießt es, die schönen Seiten des Lebens ohne ihn zu erleben.

Du ignorierst seine Text- und Sprachnachrichten – oder antwortest immer nur kurz

Zu Beginn eurer Beziehung hast du viel Zeit und Hirnschmalz in jede SMS gesteckt. Mittlerweile schreibst du ihm höchstens noch organisatorische Nachrichten. Und seine Text- und Sprachnachrichten ignorierst du meistens. Du antwortest nur, wenn es nicht anders geht und auch dann so kurz wie möglich.

Du willst ihn nicht mehr anrufen

Von dir aus rufst du ihn so selten wie möglich an. Es muss schon was wichtiges Organisatorisches zu besprechen geben. Für Neuigkeiten in deinem Leben rufst du lieber andere Personen an und teilst Freud und Leid mit ihnen.

Du bist genervt, wenn er dich unerwarteterweise anruft oder in den Raum platzt

Zu Beginn eurer Beziehung warst du total happy, wenn er unangemeldet vor der Tür stand – vielleicht sogar noch mit Blumen oder einer anderen Überraschung. Aber selbst wenn er einfach nur nackt gekommen wäre, hättest du dich gefreut (dann vermutlich sogar am meisten). Das ist lange vorbei.

Ein Überraschungsbesuch lässt dich auch heute noch aufspringen – aber nicht, weil du aus dem Häuschen bist, sondern weil es dich nervt. Du hattest dich auf eine partnerfreie Zeit eingestellt und fühlst dich um diese betrogen, wenn er sich meldet. Jetzt musst du wieder mit ihm kommunizieren. Das nervt dich.

Du verstehst ihn nicht und es ist dir egal

Wenn er sich für etwas begeistert, versuchst du gar nicht erst, ihn zu verstehen. Wenn er Gründe für sein Verhalten aufbringt oder eine Entscheidung erläutert, hörst du nur mit halbem Ohr zu. Es ist dir einfach egal, was in seinem Kopf vorgeht.

Kosenamen und “ich liebe dich” kommen dir nicht mehr über die Lippen

Wart ihr immer schon bei den “klassischen” Kosenamen wie Schatz(i) oder Liebling? Oder habt ihr ganz spezielle Kosenamen für euch gefunden? Hase, Mausi, Schnürfel oder Piepsi? Wann hast du diese Kosenamen das letzte Mal genutzt? Und wann hast du das letzte Mal ernsthaft “ich liebe dich” gesagt – und dabei nicht den Sex gemeint? Manchmal vergessen wir es einfach im Alltag. Oder es passt nicht zu unserer Prägung der Liebe. Viel häufiger ist es ein Anzeichen, dass die Liebe einfach nicht mehr da ist.

In deinem perfekten Tag kommt er nicht vor

Bestimmt hast du schon einmal aufgeschrieben, wie für dich ein perfekter Tag aussehen würde – wenn du alle Freiheiten hättest, ihn zu gestalten. Wie viel Platz nimmt dein Partner darin ein? Und in welcher Rolle? Nimmt er dir lediglich Aufgaben ab, die du nicht magst? Oder verbringt ihr wirklich Zeit miteinander? Und hast du eigentlich auch Sex mit ihm aufgeschrieben?

Gespräche mit ihm sind eine Last

Früher waren Gespräche mit ihm jeden Tag ein Highlight. Du hast dich darauf gefreut, dich mit ihm auszutauschen. Heute geht es nur noch um den Alltagsablauf. Das reicht dir dann auch. Für mehr fehlt dir die Geduld, denn ehrlicherweise interessiert dich nicht, was er zu erzählen hat. Und du hast auch das Gefühl, dass er dir so oder so nicht zuhört.

Ihr streitet euch nicht mehr

Streit würde bedeuten, dass ihr ernsthaft miteinander kommuniziert. Über diesen Punkt seid ihr lange hinweg. Er ist dir egal. Du hast ihn abgestempelt und machst das Beste daraus. Gemeinsame Lösungen gibt es bei euch nicht mehr. 

Du willst keinen Aufwand mehr in die Beziehung investieren

Beziehungen brauchen Aufmerksamkeit. Eine Beziehung funktioniert am besten, wenn beide Seiten Aufwand in ihren Erhalt stecken. Zu Anfang war das ganz klar: Du hast dir bewusst überlegt, was du anziehst. Du hast in jede Nachricht Zeit und Überlegung gesteckt. Keine Bahnverbindung war dir zu doof, um bei deinem Partner zu sein.

Mittlerweile sieht das anders aus. Es ist dir zu viel Aufwand, deinen Tagesablauf auf gemeinsame Zeit auszurichten. Du steckst genauso wenig Mühe in eure Beziehung wie in das Durchblättern der Fernsehzeitschrift. 

Vielleicht rechtfertigst du diese Einstellung damit, dass auch er keinen Aufwand mehr in die Beziehung steckt. Glaube mir: Das wird sich von selbst auch kaum ändern. Falls sich etwas ändern soll, musst du die Initiative ergreifen.

Zukunftspläne: Welche Rolle hat er noch in deinem Leben?

Welche Rolle willst du für deinen Partner in deiner Zukunft? Nimmt er nach wie vor eine herausgehobene Stellung ein? Oder findet dein perfektes Leben in einigen Jahren ohne ihn statt? Folgende Aspekte können Anzeichen dafür sein, dass du ihn nicht mehr liebst.

Du stellst dir vor, wie es wäre, Single zu sein

Immer wieder überlegst du, wie schön es wäre, jetzt nicht in einer Beziehung zu stecken. Dabei geht es dir gar nicht in erster Linie ums Flirten, sondern um die Ungebundenheit, die mit dem Single-Leben kommt. Du entscheidest alles alleine, nimmst auf niemanden Rücksicht und machst keine Kompromisse mehr. So zumindest stellst du es dir immer wieder vor. In deiner Phantasie überwiegen die Vorteile des Single-Daseins gegenüber deiner jetzigen Beziehung bei weitem.

Du stellst dir vor, wie es wäre, mit jemand anderem zusammen zu sein

Lass uns ehrlich sein: Wir alle gehen zwischendurch ins Kino und stellen uns danach vor, wie es wäre, mit einer der Hauptpersonen zusammen zu sein – oder wenigstens mal eine Nacht zu verbringen. Das ist normal. 

Problematisch wird es, wenn es sich erstens nicht um Kinohelden, sondern um reale Personen handelt und wenn zweitens deine Tagträumereien fester Bestandteil deines Alltags werden. Du ersetzt damit deinen Partner nach und nach durch eine andere Person – selbst, wenn es nur in Gedanken passiert.

Du planst deine Zukunft ohne ihn

Wenn du dir dein Leben in drei Jahren vorstellst, kommt dein Partner darin nicht vor. Oder vielleicht habt ihr gemeinsam Kinder und du denkst dir, dass du das jetzt noch durchhältst, bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Spätestens dann wirst du aber die Biege machen.

Wenn du “Familie” sagst, meinst du dich und die Kinder

Wenn du von Familie sprichst, meinst du in erster Linie dich und die Kinder. Dann kommen Großeltern oder andere Familienmitglieder. Und dann irgendwann auch er.

Du hast dich weiterentwickelt, er nicht

Dein Leben hat verschiedene Wendungen genommen. Natürlich bist du nicht mehr derselbe Mensch wie zu Beginn eurer Beziehung. Das ist normal. Du hast allerdings das Gefühl, dass er diese Weiterentwicklung entweder nicht sieht oder bewusst ignoriert. Damit zwängt er dich ein und gibt dir das Gefühl, dass eure beiden Lebensentwürfe nicht mehr zusammenpassen.

Du sprichst so, als hättest du innerlich schon abgeschlossen

Dabei geht es nicht um Sprüche wie “mein zukünftiger Ex”. Es geht um all die kleinen Nebensätze wie “das macht jetzt auch keinen Unterschied mehr”, “war ja klar, dass das so kommt” oder “warum habe ich das nicht schon viel früher eingesehen”.

Dir würde es nichts ausmachen, ihn über längere Zeit nicht zu sehen

“Ich muss für zwei Wochen auf Dienstreise fahren.” Früher wäre dir schon beim Gedanken daran schlecht geworden. Du hättest sofort versucht, hinterherzufahren. Jetzt freust du dich insgeheim auf die Zeit ohne ihn. Endlich pfuscht dir niemand in deinen Ablauf und du kannst genau das tun, worauf du Lust hast. Und wenn er sogar mehrere Monate weg sein müsste: Da kommen dir direkt Ideen, welche Projekte du in dieser Zeit umsetzen wirst.

Du glaubst nicht daran, dass eure Beziehung zu retten ist

Jede Beziehung geht durch schöne und durch schwierige Zeiten. Wenn du ihn noch liebst, vertraust du darauf, dass ihr es gemeinsam wieder hinbiegen könnt. Wenn du daran nicht mehr glaubst, ist das ein deutliches Zeichen, dass du ihn nicht mehr liebst.

Emotionen: Welche Gefühle löst er in dir aus?

Vielleicht erinnerst du dich noch an den Sturm der Gefühle, dem du zu Anfang ausgesetzt warst? Sind deine Gefühle immer noch so stürmisch? Und überwiegt immer noch das Positive? Oder bist du eher gefühlslos geworden?

Keine Schmetterlinge mehr im Bauch

Vermutlich hattest du zu Beginn eurer Beziehung schon Schmetterlinge im Bauch, wenn du wusstest, dass du deinen Liebsten am selben Tag sehen würdest. Und beim Gedanken an die vergangene Nacht kam auch sofort das wohlige Kribbeln wieder. 

Mit der Zeit werden diese Momente weniger. Das ist auch normal. Denn irgendwann endet die Phase des Verliebtseins. In manchen Beziehungen ist das nach 18 Monaten der Fall, in anderen erst nach drei Jahren. Doch irgendwann ist es vorbei. Dann bleibt entweder nichts, oder die Liebe.

Diese kommt nicht von selbst. Sie ist eine Entscheidung, die mit entsprechenden Taten unterfüttert werden muss. Die Schmetterlinge kommen nicht von selber wieder. 

Doch du kannst sie anlocken. Dazu eignet sich zum Beispiel meine kostenlose Liebesfeuer-Challenge.

Süße Eigenheiten sind nicht mehr süß

Früher hat es dich zum Schmunzeln gebracht, wenn er jeden Samstag sein Fahrrad poliert hat. Heute findest du es einfach nur lästig. 

Wir alle haben Eigenheiten, die uns besonders machen. Zu Anfang einer Beziehung finden wir diese Eigenheiten beim Partner meist süß oder sind zumindest bereit, sie zu ignorieren. Je weniger du deinen Partner liebst, desto eher werden dich diese Eigenheiten nerven.

Es kommt hier also stark auf deine Erzählperspektive an: Ist sein Verhalten Ausgangspunkt für ein Abenteuer oder der Grund aller Probleme?

Süße Nachrichten nerven dich

Vorbei sind die Zeiten, in denen ihr euch ständig Text- und Sprachnachrichten geschickt habt. Erst Recht willst du jetzt keine Ewigkeit mehr in das Formulieren solcher Nachrichten stecken. Seine entsprechenden Nachrichten nerven dich deshalb umso mehr: Jetzt fühlst du dich gezwungen, auch wieder Zeit in die Antwort zu stecken. Am liebsten wäre es dir, wenn er einfach gar nicht mehr so etwas schreiben würde.

Seine Geschenke langweilen dich

Früher hast du jede vom Feld gepflückte Blume geliebt. Jedes Buch, das er mitbrachte, hast du verschlungen. Jeden Schmuck von ihm hast du gern getragen. Mittlerweile langweilen dich seine Geschenke nur noch. Egal wie ausgefallen, egal wie persönlich, egal wie exklusiv: Die Geschenke sind dir egal, denn er ist dir egal.

Am wohlsten fühlst du dich, wenn er nicht da ist

Wenn ihr beide zusammen seid, fühlst du dich irgendwie eingeschränkt. Vielleicht hast du das Gefühl, dich für ihn verstellen zu müssen. Oder du bist ständig auf der Hut, dass ihr euch nicht streitet. Oder du suchst schon wieder nach der nächsten Kleinigkeit, für die du ihn herunterputzen kannst.

Wenn er nicht da ist, bist du entspannter, freundlicher, lebensfroher und glücklicher.

Dir ist egal, wie du dich in seiner Anwesenheit verhältst

Ihr geht zusammen auf die Weihnachtsfeier seiner Firma. Alle anderen kommen in gehobener Abendgarderobe. Du ziehst deine Lieblingsjeans an. Die sieht zwar nicht besonders schick aus, aber sie ist halt dein Lieblingsstück. 

Später sind alle am Tisch derselben Meinung, auch dein Partner: Das Essen ist super. Dir schmeckt es gar nicht. Statt nach einer diplomatischen Antwort zu suchen oder einfach nichts zu sagen, gibst du provokant zu verstehen: “Die Nudeln sind matschig, die Sauce ist fad, das Gemüse zerkocht. Das kann ein Schnellimbiss besser.” Um den Groll zu ertränken, bestellst du das nächste Glas Wein – obwohl du merkst, dass du wirklich schon genug Alkohol getrunken hast.

Du merkst zwar, dass dein Verhalten deinem Partner peinlich ist. Doch das hindert dich nicht daran, dich weiter so zu verhalten. Hat er halt Pech gehabt. Am liebsten wärst du schließlich gar nicht erst mitgekommen. 

Du bist neidisch auf Paare in glücklichen Beziehungen

Sein Kumpel hat eine neue Partnerin und ihr trefft euch. Schnell bist du von ihrer ewigen Rumknutscherei genervt. Wer selber glücklich ist, kann auch anderen gut ihr Glück gönnen. Wenn du dich dagegen in deiner Beziehung nicht wohlfühlst, können glückliche Paare ganz schön nerven. 

Dir ist es egal, wenn ihr streitet

Dir ist egal, wie es ihm beim Streit geht. Dir ist egal, wenn du dabei unfair wirst oder unter der Gürtellinie argumentierst. Das war früher nicht so. Denn da ging es dir darum, dass ihr beide gut aus dem Streit herauskommt und eine gemeinsame Lösung findet. Jetzt geht es dir darum, den Streit mit allen Mitteln zu gewinnen.

Du siehst ihn an und es kommt dir kein positiver Gedanke

Wenn du ihn anschaust, fallen dir zuerst all die Dinge auf, die nicht passen. Du erinnerst dich sofort an den Müll, den er nicht rausgebracht hat und an den verpatzten Besuch bei deinen Eltern. Dabei hat er dir früher allein durch seine Anwesenheit ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Dir fallen spontan mehr negative als positive Eigenschaften von ihm ein

Wenn du anderen von deinem Partner erzählst, fallen dir spontan viel mehr negative als positive Eigenschaften ein. Und manchmal ist es sogar so, dass dir eine Eigenschaft anfangs positiv aufgefallen ist, dich nun aber zur Weißglut bringt. Mach doch mal ehrlich eine Liste: Schreib alle Eigenschaften deines Partners auf. Daneben zeichnest du einen lachenden Smiley, wenn es eine (überwiegend) positive Eigenschaft ist. Wenn es eine schlechte Eigenschaft ist, zeichnest du ein trauriges Gesicht. Wenn es eine Eigenschaft ist, die du früher anders eingeordnet hast als heute, notierst du ein Fragezeichen. Dann schaust du: Wie viele Eigenschaften fandest du früher mal super, heute aber total nervig? 

Du suchst förmlich nach Unterschieden

Die spontane Liste mit Eigenschaften ist das Eine – deine Suche nach Unterschieden das Andere. Zu Beginn eurer Partnerschaft hast du vermutlich jede noch so kleine Gemeinsamkeit zwischen euch gesucht. Und nicht zu übersehende Unterschiede hast du abgebügelt: “Gegensätze ziehen sich an.” Mittlerweile siehst du das anders. Jeder noch so kleine Unterschied zieht einen tiefen Graben zwischen euch.

Ohne ihn gäbe es weniger Probleme in deinem Leben

“So blöd kann man doch gar nicht sein”, denkst du dir. Er hat etwas vermasselt. Und du bist fest davon überzeugt, dass er es mit Absicht getan hat – selbst, wenn er gar nichts dafür kann und vielleicht sogar bloß der Überbringer schlechter Nachrichten ist. Er ist an allem Schuld. Du bist fest davon überzeugt: Ohne ihn gäbe es weniger Probleme in deinem Leben.

Dir sind seine Gefühle egal

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Aber du willst lieber, dass er sein Leid für sich behält und dich damit nicht belastet. Er soll sich um sich kümmern – wie du dich eben auch um dich kümmerst.

Seine Meinung ist dir egal

“Wow, du siehst toll aus.” Früher hast du bei diesem Satz vor Aufregung geglüht. Du hast viel gegeben auf seine Meinung – egal, ob es um ein Kleidungsstück ging oder um seinen Vorschlag für einen Wochenendkurzurlaub. Heute ist es dir egal, ob er dein Kleid toll findet oder schrecklich. Denn du gibst auf seine Meinung nichts mehr.

Du möchtest nicht um die Beziehung kämpfen

Du hast keine Lust, Energie und Zeit in deine Beziehung zu stecken, um sie wieder zu entfachen. Du siehst nur die Mühen und den Aufwand; ohne irgendeinen Nutzen für dich. Eigentlich hast du die Beziehung schon aufgegeben.

Die körperliche Ebene

Natürlich gehört zu einer gesunden Beziehung auch körperliche Intimität. Entsprechend kann es auch hier Anzeichen dafür geben, dass du deinen Partner nicht mehr liebst.

Du willst ihm nicht körperlich nah sein

Vorbei sind die Zeiten, in denen ihr im Kino den Doppelsitz genutzt habt. Und vorbei sind die Zeiten, in denen du es gemütlich fandest, auf der Couch den ganzen Film eng an ihn gekuschelt zu liegen.

Egal ob beim Fernsehen, im Zug, beim Tanzen oder im Bett: Mittlerweile ist es dir angenehmer, genügend Platz zwischen euch zu bringen. Es fühlt sich einfach nicht gut an, ihm so nahe zu sein.

Du findest ihn nicht mehr sexuell attraktiv

Es gab mal eine Zeit, da war dir egal, dass er vom Sport nassgeschwitzt nach Hause kam. Dir war egal, ob er einen Anzug trug oder einen Schlafanzug. Du fandest ihn immer anziehend. Mittlerweile kann er sich sogar in einen maßgeschneiderten Anzug schmeißen und du findest ihn höchstens noch durchschnittlich.

Du kannst ihn nicht mehr gut riechen

Und das nicht nur im übertragenden Sinne: Unser Geruchsempfinden ist stark mit Emotionen aufgeladen – viel stärker als zum Beispiel der Hörsinn. Wenn du etwas riechst, das dir angenehm ist, wirkt sich das automatisch positiv auf deine Gefühlslage aus. Wenn du also den Geruch deines Partners nicht mehr anziehend findest, ist das ein klarer Hinweis darauf, dass die Liebe bei dir erlischt.

Du magst ihn beim Sex nicht mehr ansehen

Es gibt Menschen, die schließen beim Sex einfach immer gern die Augen. Es hilft ihnen, sich auf die anderen Sinne zu konzentrieren, die Außenwelt auszublenden und sich ganz hinzugeben. Es gibt aber auch welche, die eigentlich die Augen offen haben.Normalerweise suchen sie den Blickkontakt mit dem Liebhaber. Sie wollen die Reaktionen sehen und erfreuen sich an der lustvollen Mimik des Partners. Wenn du zu letzterer Sorte gehörst, frag dich doch mal, ob du deinem Partner beim Sex in die Augen schaust. Oder lässt du in letzter Zeit die Augen eher zu? Vielleicht denkst du an jemand anderen? Oder vielleicht hast du Angst, dass er in deinen Augen erkennt, dass der Sex eher eine Pflichtveranstaltung für dich ist?

Das Liebesleben ist im Dornröschenschlaf – und das ist okay für dich!

Ganz klar: Unser Liebesleben verändert sich im Laufe der Jahre. Unsere Hormone verändern sich, unser Alltag verändert sich, unser Stresspegel steigt oder sinkt und unser Zeitrahmen für Intimitäten ist mal mehr und mal weniger. 

Eine intakte Beziehung hält es durchaus aus, wenn es für eine Weile keinen Sex gibt – sei es aufgrund einer vorübergehenden Trennung (zum Beispiel wegen einer Dienstreise), einer Krankheit, einer Phase von anstrengenden Nächten mit Kindern oder etwas ganz Profanem wie einem Campingurlaub im Zelt ohne Privatsphäre.

Ich verstehe unter Liebesleben auch mehr als nur Sex. Küsse, liebevolle Berührungen im Alltag, Umarmungen und süße SMS zählen genauso dazu. Je nach persönlicher Situation kann also euer Liebesleben durchaus auch ohne viel Sex intakt sein.

Problematisch ist es, wenn du überhaupt kein Verlangen mehr nach Intimität verspürst. Es ist dir egal, dass ihr nicht miteinander schlaft. Es ist dir egal, dass ihr euch nicht küsst, dass ihr euch kaum umarmt und dass ihr nur noch SMS zu Terminhinweisen schickt.

Andere Menschen sind wichtiger als er

Ihr seid nicht mehr beste Freunde

Früher konntest du es kaum erwarten, deinem Partner alles von deinem Tag zu erzählen. Jede Neuigkeit wolltest du loswerden. Und je wichtiger das Ereignis, desto selbstverständlicher wolltest du als allererstes mit ihm darüber sprechen. Er war nicht nur dein Liebhaber, er war auch dein bester Freund.

Mittlerweile teilst du deine Neuigkeiten lieber mit anderen Menschen. Er ist nicht mehr deine automatische Anlaufstation für alles.

Du gibst viel auf die Meinung anderer über ihn

Früher hast du ihn gegen alle anderen Meinungen verteidigt. Deine beste Freundin hat mit den Augen gerollt, deine Eltern hofften von vornherein auf Enkelkinder mit einem anderen Mann. Egal. Du hast ihn immer verteidigt. Er muss schließlich dir gefallen, nicht den anderen.

Heute schämst du dich immer wieder fremd, wenn er genau dieselben Dinge tut wie damals. Dir ist es wichtig, was dein Umfeld von ihm hält. Warum kann er sich nicht mal weniger peinlich benehmen? Warum kann er nicht ein ganz normaler Erwachsener sein?

Seine Witze sind dir peinlich

Schon zu Hause in der Wohnung findest du seine Witze peinlich. Viel schlimmer ist es, wenn ihr mit anderen Menschen unterwegs seid. Du schämst dich regelmäßig fremd. Schon jetzt graut es dir davor, ihn zur Geburtstagsfeier einer Freundin mitzunehmen.

Du bist mehr du selbst, wenn du mit anderen zusammen bist

Wenn du mit ihm zusammen bist, kannst du nicht so sein, wie du gerne sein willst. Vielleicht hast du das Gefühl, mit ihm nur eine Rolle zu spielen. Oder du nimmst so auf ihn Rücksicht, dass es dich eingezwängt.

Du hast eine emotionale Affäre mit einem anderen – selbst, wenn du nicht fremd gehst

Du und dieser andere Kerl: Ihr seid nur Freunde. Das redest du dir zumindest ein. Immerhin habt ihr euch noch nicht mal geküsst. Ihr verbringt einfach nur gerne Zeit miteinander. Er tut dir gut. Doch ganz ehrlich: Bei einer emotionalen Affäre steht der Sex zumindest anfangs im Hintergrund. Du suchst in der Affäre genau die liebevolle Zuwendung, die dir in deiner Partnerschaft fehlt. Es geht um Psychologie statt Sex. Würde das Liebesfeuer in deiner eigentlichen Beziehung hell und kräftig brennen, hättest du überhaupt kein Bedürfnis nach einer emotionalen Affäre.

Du bist dir immer noch nicht sicher? Hier findest du Gründe, die dafür sprechen, dass du ihn immer noch liebst.

Kann die Liebe zurückkommen?

Nachdem die Phase des Verliebtseins vorbei ist, kommt sie normalerweise von alleine nicht wieder. Wenn du also willst, dass die Liebe zurückkommt, musst du dafür etwas tun. Denn jenseits der körperlichen Symptome ist Liebe eine Entscheidung. 

Du kannst dich für oder gegen die Liebe entscheiden. Zurückkommen wird sie nur, wenn du dich ganz bewusst für sie entscheidest und dann auch entsprechend handelst.  

Ein sehr wirksamer erster Schritt dafür ist, positive Gefühle für deinen Mann, die vielleicht in den letzten Monaten oder Jahren eingeschlafen sind, wieder aufzuwecken. Und das ist gar nicht so schwer.

Mit der Selbst-Coaching-Übung "Gefühle wecken" kannst du positive Gefühle, die schon lange in Vergessenheit geraten sind, wiederbeleben, indem du an sie denkst und strukturiert 5-10 Minuten über sie schreibst. Vielleicht merkst du dabei schon, dass du doch noch deutlich mehr Gefühle für ihn hattest, als du geglaubt hast:

Was mache ich jetzt?

Die schlechteste Option ist, abzuwarten. Denn von selbst wird sich nichts ändern. Und Menschen leiden darunter, wenn sie dauerhaft in einer nicht funktionierenden Beziehung stecken. 

Deshalb hast du drei Möglichkeiten:

  1. 1
    Du trennst dich direkt
  2. 2
    Ihr versucht eine Trennung auf Zeit (nicht von mir empfohlen)
  3. 3
    Oder du steckst Zeit und Energie in die Wiederbelebung eurer Beziehung.

Egal, wofür du dich entscheidest: Du brauchst von niemandem die Erlaubnis dazu. Das ist ganz allein deine Entscheidung. Ob du direkt sagst, dass du die Beziehung beenden willst, oder ob du vorschlägst, gemeinsam etwas an der Beziehung zu ändern, bleibt dir überlassen. Und selbst falls dein Freund nichts an eurer Beziehung verändern will, kannst du die Zügel ganz allein in die Hand nehmen und eurer Beziehung wieder Leben einhauchen.

Ich will Schluss machen. Wie sage ich meinem Partner, dass ich ihn nicht mehr liebe?

Es gab eine Zeit, in der ihr euch geliebt und geschätzt habt. Vielleicht liebt dein Partner dich immer noch. Ein ehrlicher Schlussstrich ist deshalb die einzig richtige Option. Versuch nicht, ihn dazu zu bringen, die Trennung auszusprechen, indem du dich mies verhältst. Verschwinde auch nicht einfach ohne ein Wort aus seinem Leben.

Vielleicht bist du überzeugt, er sei es nicht wert, dass du die Zeit für ein ehrliches Trennungsgespräch aufbringst. Tu es dennoch. Tu es um deinetwillen, nicht seinetwillen. Nur mit einem ehrlichen Ende hat alles, was danach kommt, einen ehrlichen Start.

Übrigens ist eine Trennung für beide Seiten hart: Sowohl für die Person, die sie ausgesprochen hat, als auch für die andere Person. Nimm es deshalb ernst, deine Trennung zu verarbeiten.

Liebe ich ihn wirklich nicht mehr? Kann eine Trennung auf Zeit Klarheit bringen?

Eine Trennung auf Zeit kann helfen, die Wertschätzung für die kleinen Dinge der Partnerschaft wieder zu erhöhen. Falls du allerdings bei den Anzeichen oben schon gemerkt hast, dass du die Zeit ohne deinen Mann genießt, bringt eine Trennung auf Zeit wenig. 

Die Wiederbelebung der Beziehung

Einige der Punkte oben treffen auf dich zu. Aber lange nicht alle. Und es gibt auch viele Argumente, die für dich gegen eine Trennung sprechen. Dann wage es: Kämpfe für deine Liebe – egal wie kitschig das klingt!

Es kann funktionieren, aus einer schwierigen Phase wieder herauszukommen. Immerhin habt ihr euch schon einmal ineinander verliebt. Warum soll das nicht wieder gelingen?

Leider wirst du dieses Mal mehr Arbeit in das Verlieben stecken müssen als beim ersten Mal. Denn die Verliebtsein-Phase ist vorbei. Wenn du bereit bist, Zeit und Energie in die Rettung eurer Beziehung zu investieren, kann dir dabei mein Kurs "Beziehungs Boost" helfen. 

Im Kurs erfährst du, wie du so schnell und unkompliziert wie möglich die Verbindung zu deinem Partner wieder stärken kannst. So findet ihr auch im Alltag wieder zu einer liebevollen, harmonischen und leidenschaftlichen Beziehung zurück.

Niklas Löwenstein


Muss ich mich wirklich trennen, oder gibt es noch Hoffnung? Niklas war kurz davor, seine Ehe gegen die Wand zu fahren... Um seine Kinder vor einer Scheidung zu bewahren und wieder glücklich werden zu können, stürzte er sich auf alles, was seiner Beziehung vielleicht helfen konnte.

Aus dieser Suche wurde erst ein Hobby und dann nach und nach seine Lebensaufgabe. Heute ist seine Ehe glücklicher als je zuvor und er hilft mit seinen Artikeln, Büchern und Programmen hunderttausenden dabei, auch wieder glücklichere Beziehungen zu führen.

Weitere Artikel:

35 Beziehungsfragen – der einfache Weg zu mehr Intimität
26 Anzeichen für eine kaputte Beziehung + Selbsttest
Selbstliebe lernen: 53 Tipps für den Alltag
>